Achtsamkeit

Entspannung durch Achtsamkeit

Ein eleganter Weg sich zu entspannen ist die Haltung der Achtsamkeit. Achtsam sein heißt, alle Handlungen und Planungen einzustellen und einfach nur das wahrzunehmen, was gerade geschieht. Wenn Sie achtsam sind, wollen Sie sich also auch nicht entspannen und tun auch nichts aktiv dafür. Sie geben nur jede unnötige Aktivität und Anspannung auf. Wenn es gut geht, sind Sie einfach nur da, wach und lebendig. Sie spüren Ihren Körper so wie er gerade sitzt oder steht oder geht und ihre Stimmung – wie immer sie gerade ist – oder nehmen ihre Gedanken wahr ohne sie zu verändern. Sie hören, sehen oder tasten, aber ohne Ziel, wach, aber ohne Neugierde. Sie strengen sich nie an, halten nichts fest (auch keine Gefühle oder Gedanken) und öffnen sich für das, was als nächstes geschieht.
Diese Haltung führt automatisch zur Entspannung und ist daher ein besonders geeigneter Weg für Menschen, die sich bei direkten Entspannungsübungen zu sehr anstrengen. Wenn Sie also zu den Menschen gehören, die Schwierigkeiten haben, sich zu entspannen, weil sie sich unbedingt entspannen wollen und dadurch anspannen, versuchen Sie es mit Achtsamkeit.

achtsamkeit

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Um Achtsamkeit zu lernen, gibt es eine Vielzahl von leichten kurzen und längeren Übungen. Sie können aber auch jede alltägliche Situation nutzen, die keine besondere Anstrengung oder Problemlösung erfordert, also Routine“tätigkeiten“ wie Gehen, Atmen, Essen, Zähneputzen, Kochen, Teetrinken, Fahrradfahren usw. Am Besten ist es, sie versuchen es mit einigen Übungen und nutzen solche Situationen, so dass sie zusammen am Tag auf z. B. 10 Minuten Achtsamkeitspraxis kommen. So lässt sich diese Haltung erlernen und sie wird zu einer neuen Gewohnheit, die vielleicht Ihr Leben mehr verändert als Sie sich im Augenblick vorstellen. Es kann sein, dass Sie ausgeglichener, gelassener, freier, lebendiger und kreativer werden, vielleicht sogar empfänglicher für spirituelle Erfahrungen. Ziemlich sicher werden Sie mit belastenden Erlebnissen und Gefühlen besser zurechtkommen. Deshalb werden solche Übungen heute sowohl zur Behandlung als auch zur Prävention psychischer Erkrankungen eingesetzt.
Eigentlich geht es also um eine Veränderung der Lebenseinstellung mit möglicherweise weitreichenden Folgen und vielerlei Nutzen. Eine dieser Folgen ist die Entspannung. Sie ist eine sehr willkommene Begleiterscheinung, die bei Achtsamkeit auch rasch eintritt.

Um die Haltung der Achtsamkeit zu erlernen empfehlen wir das Buch “Achtsamkeitsübungen ” von Dr. Michael Huppertz. Hier wird in 85 Übungen das ganze Spektrum der Achtsamkeit von fokussiert – weit, von innen – außen und von beobachtend – begleitend abgedeckt. Manche Übungen sind kurz und sehr einfach im Alltag durchzuführen, andere sind anspruchsvoller und bieten selbst Fortgeschrittenen auf dem Weg der Achtsamkeit viel Neues durch teilweise sehr orginelle Übungen.

Wer mehr über die Hintergründe der Achtsamkeitshaltung erfahren möchte, kann sich einmal das Buch “Achtsamkeit. Befreiung zur Gegenwart ” vom selben Autor anschauen. Hier werden in anspruchsvoller Weise die Zusammenhänge von Achtsamkeit, Spiritualität und Vernunft beleuchtet und ihre Bedeutung für Lebenskunst und Psychotherapie aufgezeigt.