Oder wählen Sie eine der klassischen Entspannungstechniken, um mehr zu lernen:
Was ist Entspannung?
Entspannungsübungen fördern die Gesundheit
Entspannung ist das Gegenteil von Stress. Klingt logisch – ist es auch.
Um aber zu verstehen, was Entspannung im Körper bewirkt, muss man wissen, welche Reaktionen bei Stress ausgelöst werden und was sie zum Ergebnis haben.
Keine Entspannung während der Flucht
Man unterscheidet zwischen positivem und negativem Stress. Der positive Stress, Eustress genannt, wirkt auch langfristig nicht schädigend auf den Körper. Er wird durch Motivation oder Glück ausgelöst.
Chronischer, negativer Stress, Disstress, hingegen, löst Reaktionen aus, die als Konsequenz Schädigungen im Organismus hervorrufen. Überforderungen oder bedrohliche Situationen sollten daher nicht langfristig als Dauerzustand vorherrschen.
Negativer Stress löst beim Menschen einen Fluchtreflex aus. Wird man bedroht, aktiviert der Sympathikus, ein Teil des vegetativen Nervensystems, die Ausschüttung von Hormonen. Der Körper befindet sich in akuter Fluchtbereitschaft, das Herz pumpt, die Muskeln sind angespannt.
Diese Mechanismen sind in der Evolution begründet. In früheren Zeiten war es für den Menschen lebensnotwendig, zum Beispiel auf der Jagd, schnell genug Energie zur Verfügung zu haben, um Flüchten zu können. Der menschliche Körper heutzutage muss zwar nicht mehr (oft) flüchten, das Nervensystem erkennt aber den Unterschied nicht. Es gilt: Stress bedeutet Flucht!
Chronischer Stress macht krank
Durch chronischen Stress befindet man sich also in ständiger Alarmbereitschaft. In diesem Zustand werden neben dem typischen Stresshormon Adrenalin auch Cortisol und Wachstumshormone ausgeschüttet, um die Stoffwechselvorgänge zu stabilisieren.
Doch was bewirken die Hormone konkret und wie wirkt sich dies langfristig auf den Körper aus?
Die Ausschüttung von Adrenalin führt zu einer gesteigerten Herztätigkeit, einem höheren Blutdruck, Steigerung des Muskeltonus, Freisetzung von Glukose und einem erhöhten Stoffwechsel. Andere Vorgänge hingegen, die einer raschen Flucht hinderlich wäre, werden gehemmt. Dazu zählen die Verdauung sowie der Sexualtrieb. Relativ schnell leiden einige Menschen bei chronischem Stress an Obstipation, bei Frauen kann es zu einem Ausbleiben der Menstruation kommen, durch den erhöhten Muskeltonus zu Verspannungen im Nacken und Rücken sowie daraus resultierendem Spannungskopfschmerz.
Langfristig kann dies zu einer Schwächung des Herzmuskels, Schädigung der Blutgefäße und Organen durch den gesteigerten Blutdruck kommen. Im schlimmsten Fall führt dies zu Herzversagen, Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Adrenalin, Cortisol und auch Wachstumshormone sind Gegenspieler von Insulin, das heißt, sie senken die Insulinausschüttung, der Blutzuckerspiegel steigt an. Im Langzeitverlauf kann durch Stress also auch Diabetes mellitus ausgelöst werden.
Cortisol ist vielen Menschen in Form von Hydrocortison bekannt, wie es oft in entzündungshemmenden Cremes enthalten ist. Wird Cortisol langfristig aufgrund von Stress vermehrt ausgeschüttet, werden auch im Körper Entzündungen gehemmt. Dies mag auf den ersten Blick ein positiver Effekt zu sein scheinen, letztendlich wird aber die Antikörperproduktion gehemmt, so dass der Körper sich nicht mehr ausreichend gegen Krankheitserreger wehren kann: Man ist häufiger krank.
Gesund und gelassen durch Entspannung
Es lohnt sich also in mehrfacher Hinsicht, Entspannungsübungen zu erlernen und dem Körper somit Erholung und Regeneration zu gönnen. Je entspannter Sie sind, desto gesünder sind Sie auch langfristig.
Konträr zum Stress bewirken Entspannungsübungen eine Aktivierung des Parasympathikus, dem Ruhenerv und somit Gegenspieler vom Sympathikus. Atmung und Herzfrequenz verlangsamen sich, die Gefäße sind erweitert, wodurch der Blutdruck sinkt. Im Gehirn lassen die messbaren Strömungen nach. Wer regelmäßig Entspannungsübungen in seinem Leben einplant, fühlt sich gelassener und zufrieden.
Wer messbare Erfolge sehen will, darf sich nicht mit zehn Minuten pro Monat im Yoga-Sitz zufrieden geben. Je öfter man seine Übungen praktiziert, desto leichter fällt es auch in Stresssituationen, sich zu entspannen. Da man aber schon insgesamt gelassener ist, werden auch frühere Stresssituationen nach erfolgreichem Entspannungstraining eventuell gar nicht mehr als solche wahrgenommen. Sollte trotzdem einmal die Belastung überwältigend zu sein scheinen, kann sich der Geübte innerhalb weniger Minuten in einen entspannten Zustand versetzen.















